
Hi, ich bin
Belkisa Geutner
Alles begann mit einem Satz meiner Lehrerin, als sie zu mir sagte:
„Belkisa, du mit deinem Migrationshintergrund wirst mit 18 sechs Kinder haben und Sozialhilfeempfängerin sein.“
Nun ja. Spoiler: Es kam anders.
Allerdings sollte sie nicht die Letzte sein, die ziemlich genaue Vorstellungen davon hatte,
was aus mir werden kann.
Als Fachkraft im Betrieb habe ich geackert und als es um eine Beförderung ging, hieß es:
„Du bist gut, aber Führung ist nur was für echte Männer.“
Blöd nur: Ich wurde trotzdem Führungskraft.
Als einzige weibliche Abteilungsleiterin durfte ich dann erfahren, dass ich den Job angeblich meinem „geilen Arsch“ zu verdanken hatte.
Auch schön.
Jahrelang wollte ich allen beweisen, dass sie falschlagen. Ich wurde deutscher als die Deutschen, männlicher als die Männer und immer besser darin, Erwartungen zu erfüllen, die gar nicht meine waren.
Bis ich verstanden habe:
Dieses Spiel kann ich nicht gewinnen.
Denn egal, wie sehr ich mich anstrenge - irgendjemand wird immer finden, dass ich zu viel, zu wenig oder einfach nicht richtig bin.
Also habe ich aufgehört, mich zu fragen, wer ich für andere sein soll.
Und angefangen, mich zu fragen:
Wer bin ich? Was will ich? Und wie will ich meinen Weg gehen?

Heute weiß ich:
Mein Anderssein ist keine Schwäche. Es ist meine Stärke.
Und ich weiß auch:
Wir Frauen müssen nicht wie Männer werden, um erfolgreich zu sein. Wir dürfen ihre Spielregeln verstehen und lernen, sie für uns zu nutzen, ohne uns dabei selbst zu verlieren.
Genau dabei helfe ich heute anderen Frauen:
sichtbar und erfolgreich zu werden, ohne sich dafür zu verbiegen oder ständig noch mehr leisten zu müssen.
Ich nenne das: vom Aschenbrödel zur Königin. Ganz ohne Prinzen ;-)
Denn wir brauchen keine Frauen, die besser in irgendwelche Schubladen passen.
Wir brauchen Frauen, die wissen, wer sie sind und den Mut haben, genau damit rauszugehen.

